medienschau

Unsere auswahl ist subjektiv

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Linknotiz - Der Westen – Kleine Bühnen wegen Corona in Not

Permanent im Krisenmodus

22. Oktober 2020. Das Portal derwesten.de hat der (preisgekrönten) Burghofbühne Dinslaken einen Besuch abgestattet. Die Corona-Krise und die entsprechenden Zuschauer-Beschränkungen bringen die kleine Landesbühne in größte Not. Link zur Reportage.

Medienschau - Schleswiger Nachrichten – Zweifel an der Entscheidung für einen Theaterneubau in Schleswig

Eh schon hoch verschuldet

28. Juli 2020. Die Entscheidung für den Theaterneubau ist bereits gefallen, über die Vergabe des Auftrags soll am 18. August entschieden werden. Dennoch werden in der Politik in Schleswig nun Zweifel am 12-Millionen-Euro-Projekt laut, wie die Schleswiger Nachrichten ( 27. Juli 2020) berichten. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise und daraus folgenden sinkenden Steuereinnahmen stellen dem Bericht zufolge nun insbesondere die Freien Wähler das Projekt in Frage und haben für die nächste Sitzung der Ratsversammlung am 7. September 2020 eine Aktuelle Stunde zum Thema beantragt.

Medienschau - BR – Björn Bicker fordert eine Stunde Null des Theaters

Eine riesen Chance

22. Juli 2020. "Macht die Theater zu – und fangt von vorne an", fordert Dramaturg und Autor Björn Bicker im Bayerischen Rundfunk. Er regt an, die Corona-Schließzeit als Denkpause zu nutzen, um ihre eigene Zukunft zu verhandeln. "Dann könnten sie sich ernsthaft mit Demokratie, Teilhabe und Gerechtigkeit auseinandersetzen und zwar nicht irgendwie im symbolischen Raum, sondern ganz konkret am Beispiel ihrer eigenen Wirklichkeit. Sie könten ihren Kunstbegriff hinterfragen und ihn einem Update unterziehen. Sie würden ernsthaft über Formen der künstlerischen wie betrieblichen Partizipation nachdenken, darüber, wie man seine eigenen Führungskräfte in good governance fortbilden könnte. Und sie könnten dann weitermachen und Strukturen verändern."

Presseschau vom 10. Juni 2020 – Die FAZ zur Diskussion um die Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main

Bühne wechsel dich

Frankfurt am Main, 10. Juni 2020. In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fasst Matthias Alexander unter dem Titel "Neue Nachbarn im Bankenviertel" mögliche Szenarien zur Zukunft der Städtischen Bühnen in Frankfurt zusammen (FAZ+). Der avisierte Neubau der Doppelanlage von Oper und Schauspielhaus sei ein Projekt, dessen Kosten sich unter Berücksichtigung von "Baukostensteigerungen, Aufwendungen für Interimsbühnen und Risikopuffer" auf "800 bis 900 Millionen Euro" beliefen. Entsprechend seien "schon bei Bekanntgabe der weithin als schockierend empfundenen Zahlen im Juni 2017" unter "Zynikern" Wetten darüber abgeschlossen worden, "dass die Städtischen Bühnen noch in fünfzehn Jahren genauso dastehen und genutzt werden wie in den vorangegangenen Jahrzehnten auch." Die Corona-Krise habe diese Position nicht geschwächt.

Presseschau vom 29. Mai 2020 – Der Bund polemisiert gegen die Wiedereröffnungsbestrebungen der Kulturszene

Die Systemkritik ist tot

Bern, 29. Mai 2020. In der Berner Zeitung Der Bund polemisiert Michael Marti gegen die Kulturszene, die sich gerade für die Wiedereröffnungen warmläuft. Seine Thesen:

1. Zu lange hat die Kunst das Publikum ignoriert, das es nun gerade entdeckt.

2. Kunst fehlt den Menschen? Die Hälfte der Bevölkerung sieht das anders.

3. Die Reaktionen der Kultur auf Corona waren konformistisch – jedes illegale Fußballspiel besitzt mehr Sprengkaft.

4. Die Kunst versteckte sich während Corona zu lange im Netz, statt ihre physische Kraft zu mobilisieren.

5. Statt auf Systemkritik setzt die Kultur auf handzahme Systemrelevanz.

6. Dass die Theater jetzt vor Mini-Gruppen spielen wollen, ist nicht radikal.

(Der Bund / geka)

 

Presseschau vom 28. April 2020 – Regisseur Frank Castorf kritisiert im Spiegel die Corona-Maßnahmen

"Das beleidigt meine bürgerliche Erziehung"

28. April 2020. Regisseur Frank Castorf übt in einem Interview mit dem Spiegel (€) heftige Kritik an den Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. "Wenn das Robert Koch-Institut klar sagen könnte, dass wir ohne drakonische Maßnahmen in wenigen Wochen 600.000 bis 1,5 Millionen Tote hätten, würde ich sofort einsehen, dass wir einen Ausnahmezustand haben. Aber angesichts der jetzigen Sterblichkeitsrate und der Zahl von bisher weniger als 6000 Corona-Toten sage ich: Es ist immer traurig, wenn ein Mensch stirbt, auch ein alter Mensch. Aber es ist der Lauf der Dinge, den wir akzeptieren müssen."