Nackt über Berlin - Henriette Hörnigk inszeniert den Roman von Axel Ranisch in der neuen Raumbühne der Oper Halle

Eine Runde geht noch

von Matthias Schmidt

Halle, 16. September 2018. Die Bühnen Halle haben in ihrem Opernhaus eine neue Raumbühne installiert – BABYLON heißt sie, und wie auch schon die preisgekrönte Vorgängerin HETEROTOPIA hat Sebastian Hannak sie entworfen. Das Theater preist sie mit feinster Formulierungsleistung; "Spuren vergangenen Zusammenlebens und verlorener Solidarität" soll sie zu rekonstruieren helfen, "Möglichkeiten neuer Gesellschaftlichkeit" entdecken. Unter anderem.

Tyll - Stefan Bachmann inszeniert zur Saisoneröffnung am Schauspiel Köln Daniel Kehlmanns Roman

An der Wasserfront

von Andreas Wilink

Köln, 15. September 2018. "Teufelslachen" bescheinigte Daniel Kehlmann in der Dankesrede zur Verleihung des Frank-Schirrmacher-Preises vor zwei Wochen in Berlin seiner Romanfigur. Das diabolische unterscheide sich, nach einer Definition von Milan Kundera, vom Lachen der Engel dadurch, dass mit ihm ein "kompromissloser Blick" auf die Welt, wie sie ist, und "die Kraft der Unversöhnlichkeit" Ausdruck fände. Da hört der Spaß auf – oder fängt gerade erst an.

Alte Meister - Thom Luz lässt Thomas Bernhards aus der Welt gefallene Eigentümlichkeitsvirtuosen in Berlins Deutschem Theater los

Verblassende Kaskaden

von Christian Rakow

Berlin, 14. September 2018. Dass die beiden zusammenfinden würden, war auch nicht zu erwarten: Thomas Bernhard und Thom Luz. Bernhard, der Autor mit der Füllfederramme, der zu Lebzeiten praktisch alles in Grund und Boden schrieb: Österreich natürlich, dieses Land voller "gemeiner Nazis und stupider Katholiken", oder die "Alten Meister" wie den "schrecklichen Ur- und Vor-Nazi" Dürer, oder Heidegger, diesen "lächerlichen nationalsozialistischen Pumphosenspießer" und "Voralpenschwachdenker", oder den "miserablen" Komponisten Bruckner mit seinem "chaotisch-wilden, auch noch im hohen Alter religiös-pubertären Notenrausch".